Wie liest man das EU-Reifenlabel?

Wenn Sie einen neuen Reifen kaufen, sehen Sie darauf ein farbiges Label, das an die Etiketten von Kühlschränken oder Waschmaschinen erinnert. Das ist das Reifenlabel der Europäischen Union, und es findet sich auch auf den meisten in der Türkei verkauften Reifen. Mit dem Label lassen sich unterschiedliche Reifen nach denselben Maßstäben vergleichen.

Das seit 2021 verwendete aktuelle Label enthält auch einen QR-Code. Wenn Sie ihn scannen, öffnet sich die offizielle Informationsseite des Reifens in der europäischen Produktdatenbank (EPREL).

Die drei Hauptangaben auf dem Label

1. Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand)

Das Zapfsäulensymbol oben links und die farbige Skala von Grün bis Rot zeigen den Rollwiderstand des Reifens. Die Klassen reichen von A bis E.

Der Unterschied zwischen einem Reifen der Klasse A und einem der Klasse E kann je nach Nutzung einige Prozent beim Kraftstoffverbrauch ausmachen. Bei Elektroautos wirkt sich diese Klasse direkt auf die Reichweite aus.

2. Haftung auf nasser Fahrbahn (Bremsen)

Das Regenwolkensymbol oben rechts zeigt die Bremsleistung des Reifens auf nasser Fahrbahn. Auch diese Klassen reichen von A bis E.

Der Unterschied zwischen den Klassen ist nicht gering. Bei einem Auto, das auf nasser Fahrbahn aus 80 km/h bremst, kann der Unterschied zwischen Reifen der Klasse A und E mehrere Wagenlängen betragen. Für die Sicherheit ist dies die wichtigste Angabe auf dem Label.

3. Externes Rollgeräusch

Das Lautsprechersymbol unten zeigt das außerhalb des Fahrzeugs gemessene Geräusch des Reifens in Dezibel (dB). Daneben steht die Klasse A, B oder C:

Dieser Wert entspricht nicht direkt dem Geräusch im Innenraum, gibt aber einen Eindruck. Die Dezibelskala ist logarithmisch: Ein Unterschied von 3 dB bedeutet etwa eine Verdopplung der Schallenergie.

Schnee- und Eissymbole

Auf dem aktuellen Label können zwei zusätzliche Symbole stehen:

Was zeigt das Label nicht?

Das Label ist nützlich, beschreibt aber nicht die gesamte Leistung des Reifens. Folgendes steht nicht darauf:

Deshalb ist es sinnvoll, das Label zusammen mit unabhängigen Reifentests zu betrachten.

Wie nutzt man das Label?

  1. Zuerst die Sicherheit: Bevorzugen Sie Reifen mit Nasshaftungsklasse A oder B.
  2. Dann je nach Nutzung: Wenn Sie viel fahren oder ein Elektroauto nutzen, achten Sie auch auf die Klasse für Kraftstoffeffizienz.
  3. In der Stadt: Die Geräuschklasse macht beim Komfort einen Unterschied.
  4. Für den Winter: Achten Sie auf das Schneesymbol.

Beim Vergleich von Reifen derselben Größe und derselben Geschwindigkeits-/Lastklasse ist das Label der schnellste und neutralste Ausgangspunkt.

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