Wie liest man Felgengrößen?
Damit eine Felge an Ihr Auto passt, reicht ein einziges Maß nicht. Auf der Rückseite der Felge oder an der Innenseite einer Speiche steht meist eine Reihe von Werten wie 7Jx17 ET45 5x112 57,1. Jeder davon ist eine eigene Passbedingung, und stimmt auch nur einer nicht, lässt sich die Felge entweder nicht montieren oder ist selbst montiert nicht sicher.
7J: Felgenbreite
Die erste Zahl ist die Innenbreite der Felge in Zoll. 7J bedeutet 7 Zoll (177,8 mm) Breite. Der Buchstabe J gibt die Profilform des Felgenhorns (Flansch) an. Bei Pkw wird fast immer J verwendet.
Die Felgenbreite muss zur Reifenbreite passen. Für einen 205 mm breiten Reifen eignet sich zum Beispiel meist eine Felge zwischen 5,5 und 7,5 Zoll. Reifenhersteller veröffentlichen für jede Größe den zulässigen Felgenbereich.
17: Felgendurchmesser
Die Zahl nach dem x ist der Felgendurchmesser in Zoll. Er muss genau mit der Zahl nach dem R auf dem Reifen übereinstimmen.
ET45: Einpresstiefe (Offset)
ET ist die Abkürzung des deutschen Wortes „Einpresstiefe“. Sie ist der Abstand zwischen der Anlagefläche der Felge und ihrer Mittelebene, in Millimetern.
- Je größer die ET, desto weiter sitzt die Felge im Auto nach innen.
- Je kleiner die ET, desto weiter steht die Felge nach außen.
Senken Sie die ET um 5 mm, steht das Rad auf jeder Seite 5 mm weiter außen. Das wirkt wenig, kann aber Folgen haben: Schleifen am Radlauf, mehr Last auf Achse und Radlager und ein anderes Lenkverhalten. Meist wird empfohlen, sich nicht mehr als ±5 mm von der Werks-ET zu entfernen. Die Auswirkung einer ET-Differenz erklären wir mit Rechenbeispielen in einem eigenen Ratgeber.
5x112: Lochkreis (PCD)
PCD steht für „Pitch Circle Diameter“, also den Durchmesser des Kreises, der durch die Mittelpunkte der Schraubenlöcher verläuft.
- 5: Anzahl der Radschrauben
- 112: Durchmesser des Kreises, auf dem die Schrauben sitzen (mm)
In der Türkei häufige PCD-Werte:
- 4x100: Ein Teil älterer Renault-, Dacia-, Fiat- und Hyundai-Modelle
- 4x108: Ältere Peugeot-, Citroën- und Ford-Modelle
- 5x100: Einige Modelle des Volkswagen-Konzerns und von Toyota
- 5x108: Ford, Volvo, neuere Peugeot und Citroën
- 5x112: Volkswagen, Audi, Skoda, Seat, Mercedes-Benz und neuere BMW
- 5x114,3: Toyota, Honda, Hyundai, Kia, Nissan, ein Teil von Renault
- 5x120: Ältere BMW-Modelle
Diese Liste dient nur zur Orientierung. Selbst zwischen Modellen derselben Marke kann der Lochkreis abweichen. Bestätigen Sie den Wert Ihres Autos in der Betriebsanleitung oder bei der Vertragswerkstatt.
Der Lochkreis muss genau übereinstimmen. Eine 5x112-Felge lässt sich nicht „mit Gewalt“ auf eine 5x114,3-Nabe montieren; selbst wenn es gelingt, sitzen die Schrauben schief, und das ist gefährlich.
57,1: Mittenloch (Nabenbohrung)
Das ist der Durchmesser des Lochs in der Mitte der Felge, das auf der Radnabe sitzt. Bei Werksfelgen hat dieses Loch genau den Durchmesser der Nabe und zentriert das Rad.
Bei Zubehörfelgen ist das Loch meist größer, damit die Felge an viele Fahrzeuge passt. Dann wird ein Zentrierring verwendet. Ohne Ring hängt das Rad nur an den Schrauben und vibriert vor allem bei hoher Geschwindigkeit.
Art der Radschraube
Die Sitzfläche von Felge und Radschraube muss zusammenpassen:
- Kegelbund (60°): Die häufigste Art
- Kugelbund (Radius): Volkswagen-Konzern, einige Honda-Modelle
- Flachbund: Einige Originalfelgen von Toyota und Mitsubishi
Auch die Gewindegröße der Radschraube (z. B. M12x1,5, M14x1,5) muss zum Auto passen.
Kurze Checkliste
| Maß | Beispiel | Muss passen zu |
|---|---|---|
| Breite | 7J | Im passenden Bereich für die Reifenbreite |
| Durchmesser | 17 | Genau gleich wie der Reifen |
| ET | 45 | Innerhalb ±5 mm des Werkswerts |
| PCD | 5x112 | Genau gleich wie am Auto |
| Mittenloch | 57,1 | Gleich oder mit Zentrierring |
| Radschraube | Kegelbund, M14x1,5 | Passend zur Sitzform der Felge |