Wie tief sollte das Reifenprofil sein?
Das Reifenprofil besteht aus Kanälen, die auf nasser Straße das Wasser unter dem Reifen wegleiten. Je weiter das Profil abgefahren ist, desto kleiner werden diese Kanäle und desto früher droht der Reifen auf dem Wasser zu „schwimmen“ (Aquaplaning). Deshalb ist die Profiltiefe der wichtigste Wert bei der Entscheidung, wann ein Reifen gewechselt werden muss.
Profiltiefe bei neuen Reifen
Ein neuer Pkw-Sommerreifen hat meist eine Profiltiefe von 7–9 mm. Bei Winterreifen ist der Wert etwas höher, meist 8–10 mm. Bei SUV- und leichten Nutzfahrzeugreifen gibt es auch tiefere Profile.
Gesetzliche Untergrenze
In der Türkei und im größten Teil Europas beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen 1,6 mm. Wer mit Reifen unter diesem Wert fährt, riskiert ein Bußgeld, und bei der Hauptuntersuchung führt es zur Ablehnung.
Damit ein Winterreifen im Schnee seine Aufgabe erfüllt, braucht er mehr Profil. Bei Fahrzeugen, die unter die Winterreifenregelung fallen, gilt meist eine Untergrenze von 4 mm.
Die gesetzliche Grenze ist keine sichere Grenze
1,6 mm ist der Punkt, an dem der Reifen nicht mehr benutzt werden darf. Die Bremsleistung auf nasser Fahrbahn lässt schon lange vorher nach. Tests von Reifenherstellern zeigen, dass der Bremsweg auf Nässe schnell länger wird, sobald die Profiltiefe unter 3 mm fällt.
Die allgemeine Empfehlung lautet:
- Sommerreifen: Bei 3 mm den Wechsel planen.
- Winterreifen: Bei 4 mm für den nächsten Winter an neue denken.
Verschleißanzeige (TWI)
Am Grund der Hauptrillen des Reifens befinden sich kleine Erhebungen mit einer Höhe von etwa 1,6 mm. Sie heißen Verschleißanzeiger (Tread Wear Indicator). Ihre Position ist auf der Reifenflanke mit einem Dreieck oder der Aufschrift „TWI“ markiert.
Ist das Profil bis auf die Höhe dieser Erhebungen abgefahren, hat der Reifen die gesetzliche Grenze erreicht und muss sofort gewechselt werden. Manche Reifen haben zusätzlich in die Lauffläche geprägte Zahlen oder eigene Anzeiger für den Winter.
Wie misst man die Profiltiefe?
Profiltiefenmesser
Die genaueste Methode. Gibt es günstig beim Reifenhändler und im Autozubehörhandel. Drücken Sie die Spitze senkrecht hinein, bis sie den Grund der Hauptrille berührt, und lesen Sie den Wert ab.
Münze
Als praktische Methode lässt sich auch eine Münze verwenden. Messen Sie einmal mit einem Lineal den Abstand zwischen dem Münzrand und dem Motiv darauf, stecken Sie die Münze dann in die Rille und schauen Sie, ob das Motiv sichtbar ist. Diese Methode gibt einen ungefähren Eindruck; für eine genaue Messung verwenden Sie einen Profiltiefenmesser.
Wo messen?
Nur an einer Stelle des Reifens zu messen, kann täuschen. Messen Sie bei jedem Reifen:
- in der inneren, mittleren und äußeren Rille,
- an mehreren Stellen rund um den Reifen.
Der niedrigste Wert zeigt den tatsächlichen Zustand des Reifens.
Was verrät ungleichmäßiger Verschleiß?
| Verschleißbild | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Beide Ränder stark abgenutzt | Zu niedriger Druck |
| Mitte stark abgenutzt | Zu hoher Druck |
| Ein Rand stark abgenutzt | Spur/Sturz (Achsvermessung) verstellt |
| Wellig, wie Sägezähne | Problem mit Stoßdämpfer oder Auswuchtung |
| Einzelne flache Stelle | Blockieren bei starkem Bremsen |
Wenn Sie ungleichmäßigen Verschleiß sehen, beheben Sie die Ursache, bevor Sie den Reifen wechseln. Sonst nutzt sich auch der neue Reifen genauso ab.
Vorder- und Hinterreifen
Bei Autos mit Frontantrieb verschleißen die Vorderreifen meist schneller. Die Reifen in bestimmten Abständen zwischen vorne und hinten zu tauschen (Rotation) gleicht den Verschleiß aus. Wenn Sie zwei neue Reifen kaufen, wird meist empfohlen, die neuen Reifen hinten zu montieren, damit das Auto beherrschbar bleibt.