Wann montiert man Winterreifen?

Winterreifen sind nicht nur für verschneite Straßen da. Ihr eigentlicher Vorteil ist, dass der Gummi bei Kälte weich bleibt. Deshalb ist es richtiger, beim Wechsel auf Winterreifen aufs Thermometer zu schauen, statt auf Schnee zu warten.

Die 7-Grad-Regel

Die Gummimischung von Sommerreifen wird mit sinkender Temperatur härter. Unter etwa +7 °C „greift“ ein Sommerreifen die Straße nicht mehr ausreichend, und der Bremsweg wird deutlich länger. Der Gummi eines Winterreifens bleibt dagegen bei niedrigen Temperaturen elastisch.

Die praktische Regel lautet: Wenn die Temperaturen morgens und abends regelmäßig unter 7 °C fallen, wechseln Sie auf Winterreifen. Steigen die Temperaturen regelmäßig über 7 °C, wechseln Sie zurück auf Sommerreifen. Bei warmem Wetter verschleißt ein Winterreifen schneller und bremst nicht so gut wie ein Sommerreifen.

In der Türkei hängt dieser Zeitpunkt stark von der Region ab. In Ostanatolien beginnt der Winter Ende Oktober, in Küstenstädten kann es Dezember werden.

Warum ist das Profil eines Winterreifens anders?

Das Profil von Winterreifen hat viele feine Einschnitte (Lamellen). Diese Lamellen:

Auch die Profiltiefe ist meist größer als beim Sommerreifen. Damit Schnee- und Matschkanäle funktionieren, ist ein tiefes Profil nötig.

Unterschied zwischen M+S und 3PMSF

M+S (Mud + Snow)

M+S bedeutet „Matsch und Schnee“. Mit diesem Zeichen erklärt der Reifenhersteller, dass das Profil für diese Bedingungen geeignet ist. Eine unabhängige Prüfung ist nicht vorgeschrieben. Auch viele SUV-Sommerreifen und Ganzjahresreifen tragen M+S.

3PMSF (Bergpiktogramm mit drei Spitzen und Schneeflocke)

Das Symbol einer Schneeflocke in einem Berg mit drei Spitzen zeigt, dass der Reifen einen standardisierten Schnee-Traktionstest bestanden hat. Auf dieses Zeichen sollten Sie bei einem echten Winterreifen achten. Viele Länder in Europa verlangen dieses Symbol bei der Winterreifenpflicht.

Manche Reifen tragen außerdem ein eigenes Eis-Symbol, das die Leistung auf Eis anzeigt. Man findet es vor allem bei Reifen, die für sehr kalte und vereiste Regionen entwickelt wurden.

Sind Winterreifen in der Türkei Pflicht?

In der Türkei wird die Winterreifenregelung durch Beschlüsse des Innenministeriums und der Gouverneursämter (Valilik) festgelegt. Sie gilt vor allem für Nutzfahrzeuge (wie Lkw, Busse, Kleinbusse, Taxis) und meist vom 1. Dezember bis 1. April. Die Gouverneursämter können diese Daten je nach Wetterlage ändern. Für private Pkw gibt es landesweit keine Pflicht, doch örtliche Beschlüsse und Regelungen bei Schneefall können abweichen.

Regeln und Daten werden von Zeit zu Zeit aktualisiert. Verfolgen Sie die Bekanntmachungen des Gouverneursamts Ihrer Provinz.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei Winterreifen ist die Profiltiefe. Damit ein Winterreifen im Schnee wirksam ist, braucht er mehr Profil als das gesetzliche Minimum. In der Türkei gilt für Winterreifen meist eine Untergrenze von 4 mm.

Sind Ganzjahresreifen eine Lösung?

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen. Ganzjahresreifen mit dem 3PMSF-Symbol können in Städten mit milden Wintern und wenig Schnee eine sinnvolle Wahl sein. In Regionen mit harten Wintern ersetzen sie aber keinen echten Winterreifen. Und im Sommer bremsen und fahren sie in Kurven nicht so gut wie ein Sommerreifen.

Beim Kauf von Winterreifen

  1. Größe: Wählen Sie eine der Werksgrößen Ihres Autos. Im Winter eine um ein Zoll kleinere Felge mit höherem Reifenquerschnitt zu nutzen, ist üblich und sinnvoll (der Außendurchmesser muss erhalten bleiben).
  2. Symbol: Achten Sie auf das 3PMSF-Zeichen.
  3. Lastindex: Gehen Sie nicht unter den Werkswert.
  4. Geschwindigkeitsindex: Darf niedriger als der Werkswert sein, bringen Sie dann aber einen Aufkleber mit der Höchstgeschwindigkeit im Armaturenbrett an.
  5. Alle vier Reifen: Montieren Sie Winterreifen nicht nur vorne oder nur hinten. Das Auto verliert sonst sein Gleichgewicht.

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